Warmwasser Tauchanlage
Warmes Wasser gegen Fäulnis
Eines der größten Probleme bei der Lagerung und Vermarktung von biologischen Äpfeln stellt
das Auftreten der Gloeosporiumfruchtfäule (Lagerfäule) dar. Diese Pilzkrankheit entwickelt sich
im Laufe der Lagerung auf dem Apfel und breitet sich nach der Auslagerung schnell aus. Aufgrund der
hohen Ausfälle von 15 - 30% der Früchte (je nach Lagerdauer) durch diese Fäulnis, wurde nach
einem biologischen Verfahren gesucht, welche diese verhindern bzw. einschränken kann.
In Zusammenarbeit mit der Bundesforschungsanstalt für Ernährung, Karlsruhe, wurde vom Bio-Obstgut
Bonhausen 1999 ein Versuchsprojekt ins Leben gerufen.
Im Jahr 2001, wurden Äpfel in großen Mengen in warmem Wasser getaucht und im Obstlager
bei üblichen Lagerkonditionen aufbewahrt. Wie in den Vorjahren im Kleinversuch bestätigte
sich auch im Großversuch, dass so behandelte Früchte wesentlich weniger Lagerfäule aufwiesen
als die nicht getauchten Kontrollfrüchte. Die besten Ergebnisse lagen bei einer Wassertemperatur von ca.
52,0 C° und einer Tauchdauer von 2 Minuten.
Bisher gab es jedoch noch keine Maschine, die als Warmwassertauchanlage Äpfel in ernteüblichen Größenordnungen tauchen konnte. Nun wurde ein Prototyp einer solchen Maschine von der E. und M. Holland GbR in Auftrag gegeben und hergestellt. Diese Maschine muss Großkisten mit bis zu 300 kg Inhalt tauchen können, ohne dass die Temperatur beim Tauchvorgang zu stark abfällt. Im Jahre 2002 wurde,
nach ca. 12 Monaten Entwicklungsdauer, die erste Maschine dieser Art am Bio Obstgut Bonhausen in Betrieb
genommen. Seit diesem Zeitpunkt wird ein Großteil der geernteten Äpfel mit dieser Maschine gegen
Gloeosporium getaucht. Hierdurch konnten die Ausfälle auf ca. 3 - 5% (je nach Lagerdauer) reduziert
werden. Weitere Untersuchungen ergaben, dass durch das eintauchen in warmes Wasser, bei den Früchte
kein Verlust von Vitaminen entsteht.
Mit der Warmwasserbehandlung von Äpfeln wurde eine natürliche und schonende Methode gefunden, im biologischen Apfelanbau die Verluste durch Gloeosporiumfäule so gering als möglich zu halten. Dies führt bei den Erzeugern, Großhändlern, Einzelhändler und Kunden. zu einer höheren Zufriedenheit mit der Fruchtqualität.

